Stockholm – Heinrich-Schütz-Chor           DREAM 2005

 

 

Das Märchen im Norden

 

 

 

In kaum einer anderen Ecke Europas zeigt sich die Natur noch so urwüchsig wie in Schweden mit seinen tiefen Wäldern, Schären und malerischen Küsten...

Ein guter Grund, mit dem Schütz Chor die Metropolen Stockholm und Uppsala zu bereisen.

Pfingstsamstag kurz nach 11 Uhr landeten wir bei strahlendem Sonnenschein mit der RYANAIR in Stockholm-Stavsta, etwa 70km, vor den Toren der Stadt.

„ Welch`prächtige Stimmung bewirkte der Sonnenschein gegen den Nieselregen in Frankfurt-Hahn !“

 

Am Flughafen in Hahn gab es jedoch den ersten und hoffentlich einzigen Zwischenfall. Mir fällt im nachhinein immer Rumpelstilzchen ein !!

Heute pack` ich, morgen reis` ich...

Ach wie gut, daß niemand weiß,

wird mein Pass noch gültig sein?

Zwei Mitreisende hatte es erwischt, d.h. es gab beim Check-in ein böses Erwachen, da die Ausweise abgelaufen waren. Das Telefon lief heiß, aber hier auf dem kleinen Flughafen war leider nichts zu regeln. Das Problem löste sich auf unterschiedliche Art.:

Ein Ehepaar reiste unverrichteter Dinge zurück nach dem Motto:

„Geteiltes Leid ist halbes Leid!“

Unsere Sopranistin gab nicht auf und steuerte den Weltflughafen Frankfurt/ M. an. Dort waren Ersatzpapiere und auch noch ein Flug nach Stockholm am selben Tag möglich.

 

Gleich nach Ankunft am Stockholmer Flughafen und dem Transfer in die Stadt schloss sich für uns eine geführte Rundfahrt durch Stockholm an. Die Stadt liegt auf 14 Inseln. 54 Brücken verbinden die Stadtteile. Hier treffen die Ostsee und der Mälarsee (drittgrößter See Schwedens) zusammen. Museumsliebhaber kommen auf ihre Kosten. SKANSEN ist das älteste Freilichtmuseum der Welt, Wasa, das meistbesuchte Museum. Da wir VASA MUSEET auf unserem Programm hatten, erfuhren wir alles über den Untergang der Vasa bei seiner Jungfernfahrt 1628 und seiner Bergung nach über 300 Jahren. Natürlich konnten wir auch die VASA in restaurierter Pracht bestaunen.

 

Eine sehr gute Unterkunft ((Vandrarhem Fridhemsplan) ließ für eine Jugendherberge kaum Wünsche offen – einschließlich Frühstücksbuffet.

Wer hat das hervorragende Knäckebrot nicht gern probiert?

Das Knäckebrot ist so schwedisch wie Volvo, Abba und Ikea. Ein einziges Wunder ist das Geheimnis der Haltbarkeit. Die Teigfladen müssen bei hoher Temperatur in nur sieben Minuten gebacken werden. Erfunden wurde das Knäckebrot aus Notwendigkeit. Die Bäche führen nur zeitweilig genug Wasser, um Mühlräder anzutreiben. Also mußte auf Vorrat gemahlen und gebacken werden.

 

Einmal im Jahr erinnert uns Schweden an das Gute im Menschen. Ist der Nobelpreis nicht eine noble Erfindung?

Seit 1901 wird hier alljährlich im Konzerthaus am 10. Dezember (Todestag von Alfred Nobel) der Nobelpreis verliehen. Im Rathaus (1911-23) –Stadshuset- im blauen Saal findet das Dinner für die geladenen Gäste statt und im goldenen Saal wird zum Tanz gebeten.

Das Stadshuset ist das Wahrzeichen der Stadt mit seinem 106 m hohen Turm und vergoldeten drei Kronen.

Unter sachkundiger Führung konnten wir alles während unseres Aufenthaltes besichtigen.

 

Das Herz der schwedischen Hauptstadt schlägt jedoch in den verwinkelten Gassen der Altstadt (Gamla Stan).

Hier in der Altstadt liegt auch die deutsche Kirche, die auf eine ältere Kapelle – SANKT GERTRUD- zurückgeht. Die TYSKA KYRKAN ist eine spätgotische Hallen-kirche, mit reich verziertem Gewölbe, die etwa 1638 erbaut wurde. Interessant ist die Königsloge, die leider bei unserem Konzert am Dienstag, 17. Mai 2005 leer blieb. Ein Zuhörer meinte nach unserem Konzert: „So ein wunderschönes Programm, er wolle doch bei unserem Wiederkommen mehr Reklame machen. Wir hätten durchaus eine voll besetzte Kirche verdient.“

 

Zuvor am Pfingstsonntag stand Uppsala auf dem Programm. Da Uppsala in einer Stunde mit unserem Bus zu erreichen war, stand uns viel Zeit für umfangreiche Besichtigungen zur Verfügung, denn wir hatten hier auch um 18 Uhr unser erstes Konzert.,

 

 

 

Uppsala hat die älteste Universität Skandinaviens und ist eine reine Studentenstadt mit etwa 30.000 Studenten. 13 Nationen (Verbindungen bzw. Landsmannschaften), machen das Studieren übersichtlich. Jeder Student ist Mitglied einer Verbindung (nicht notwendigerweise der seiner Heimat). Hier hat es noch viele alte Traditionen, Abendgarderobe ist ein studentisches Muß. Daher gibt es auch etliche Frackver-

leiher. Ein Piercing-Studio wird man vergeblich suchen!

Der Dom von Uppsala ist die größte Kirche Skandinaviens und wurde 1435 geweiht. Gustav Vasa, erster schwedischer König, ist hier beigesetzt. Uppsala war außerdem erster Bischofssitz.

 

Uppsala hat auch eine hübsche Altstadt und hier in GAMLA UPPSALA KYRKA,

Kirche aus dem zwölften Jahrhundert hatten wir in einer nahezu vollbesetzten Kirche unser erstes a capella Konzert. Ein lang anhaltender Beifall mit teils stehenden

Ovationen war auch für den Chor eine große Freude.

Ein besonderer Höhepunkt war die Besichtigung der königlichen Schlösser Stockholms. Das Stadtschloß dominiert im Nordostende der Gamla Stan. Es ist gut zugänglich, da die königliche Familie nicht hier, sondern auf Drottningholm residiert.

Drottningholm liegt 11 km vom Zentrum entfernt und wie bereits erwähnt, lebt seit 1981 die schwedische Königsfamilie hier.

Um 1700 wurde das barocke Kleinod fertig gestellt. 40 Jahre später wurde es umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen. Es ist Staatsbesitz und die königliche Familie hat Nutzungsrecht.

In der weitläufigen Gartenanlage gibt es außerdem ein chinesisches Lustschlösschen. Königin Louisa Ulrika bekam es zu ihrem 34. Geburtstag von ihrem königlichen Gemahl. Außerdem ist das kleine Theater nördlich des Schlosses erwähnenswert.

 

Ereignisreiche Tage neigten sich dem Ende.

Ja und hatten wir nun nicht genug erlebt?

Wollte jetzt gar noch jemand beim Rückflug in die RAYANAIR nach Paris (??)

steigen?

... wachsame Augen konnten es gerade noch verhindern.

Wir erreichten alle wohlbehalten Heilbronn.

 

Gisela Sinner