Übersicht über die bisherigen Konzerte
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Jahr |
Termin |
Werk |
Ort |
Kritik/Presse |
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2011 |
So., 17. April |
J.S. Bach: Matthäuspassion |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2010 |
So., 19. Dez. |
J.S. Bach: Weihnachtsoratorium Teil 1-6 |
Heilbronn, Kilianskirche |
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So., 25. April |
„Te Deum“ Werke von J. Brahms, M.
M. Møller, |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2009
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So., 22. Nov. |
J. Brahms: Ein Deutsches Requiem |
Heilbronn, Kilianskirche |
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So., 8. Feb. |
Abendmusik, A-cappella und Hohenlohe Brass |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2008 |
So., 21. Dez. |
J. Haydn: Schöpfung |
Heilbronn, Kilianskirche |
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Sa., 11. Okt. |
Mendelsson: Elias |
Cube521, Marnach, Luxemburg |
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So., 27. Apr. |
A. Bruckner: Messe f-Moll |
Heilbronn, Kilianskirche |
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So., 24. Feb. |
Geistliche Abendmusik |
Dominikanerkirche Bad Wimpfen |
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2007 |
So., 23. Dez. |
G.-F. Händel: Messias |
Heilbronn, Harmonie |
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Sa., 29. Sept. |
A-cappella-Konzert |
Ulm, Pauluskirche |
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So., 17. Juni |
Mitwirkung beim Konzert zum 15 Jährigen Bestehen der JOA |
Heilbronn, |
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So., 13. Mai |
Heilbronn, Kilianskirche |
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Sa., 5. Mai |
Aachen, St. Foillant |
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So., 21. Jan. |
Matinée zum 60. Jubiläum |
Heilbronn, Waldorfschule |
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2006 |
Mi., 20. Dez. |
Heilbronn, Harmonie |
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Di., 21. Nov. |
W. A. Mozart: c-Moll-Messe
KV427/KV417a |
Heilbronn, Christuskirche |
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Fr., 28. Juli |
Sommerkonzert mit Hohenlohe
Brass und Werken von Gabrieli, |
Ilsfeld, Bartholomäuskirche |
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Sa., 22. Juli |
Mitwirkung beim Jubiläumskonzert der Stadt Heilbronn |
Heilbronn, Festhalle Harmonie |
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Sa., 20. Mai |
Konzert im Rahmen der Bundesversammlung SSB |
Heilbronn, Festhalle Harmonie |
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So. 7. Mai |
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Elias |
Heilbronn, Festhalle Harmonie |
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2005 |
So. 16. Okt. |
Peteris Vasks: Dona nobis pacem |
Heilbronn, Kilianskirche |
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So. 17.Mai |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2004 |
Do. 23. Dez. |
Bad Wimpfen, Stadtkirche |
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So. 19. Okt. |
Heilbronn, Kilianskirche |
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Fr. 7. Mai |
Heilbronn, Kilianskirche |
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So. 7. März |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2003 |
So. 20. Juli |
Heilbronn, Kilianskirche |
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2002 |
So. 22. Dez. |
Heilbronn, Festhalle Harmonie |
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Heilbronn |
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2001 |
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Sinfonie Nr. 2, F.
Mendelssohn-Bartholdy |
Heilbronn |
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Heilbronn |
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2000 |
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Heilbronn |
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Heilbronn |
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1999 |
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Brackenheim |
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Heilbronn |
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1998 |
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Heilbronn |
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1997 |
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Paris |
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Heilbronn |
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1996 |
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Heilbronn |
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Gabrieli: Jubilate Deo zu 8 Stimmen und zu 11 Stimmen
Zelenka: Inconvertendo
Gorecki: Euntes ibant et flebant
Monteverdi: Deus ad adjuvandum
Mendelssohn-Bartholdy: Herr, unser Herrscher
Bach: Choral aus BWV 130
Heinrich-Schütz-Chor Heilbronn
Hohenlohe
Brass
Leitung: Michael Böttcher
Sonntag,
17.April 2004, 20.00 Uhr
Kilianskirche Heilbronn
J.
S. Bach
Weihnachtsoratorium
Kantaten 1, 5 und 6
Maraile Lichdi, Sopran
Kirsten Obelgönner, Alt
Timan Lichdi, Tenor
Thomas Berau, Baß
Heinrich-Schütz-Chor Heilbronn
Junge
Orchesterakademie Franken
Leitung: Michael Böttcher
Donnerstag,
23. Dezember 2004, 19.00 Uhr
Stadtkirche Bad Wimpfen
Eintrittspreise: 5 bis 24 €
J.
S. Bach
Singet
dem Herrn ein neues Lied
J.
Brahms
Fest-
und Gedenksprüche
Werke
a cappella von Schütz, Mendelssohn Bartholdy, Pärt und
Gorécki
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Sonntag,
17. Oktober 2004, 19.00 Uhr
Kilianskirche Heilbronn
Karten
im Mittelschiff (nummeriert) zu 10 € und im Seitenschiff zu 5
€
erhältlich im Musikhaus Sproesser und an der
Abendkasse
Benefiz-Konzert
Singet
dem Herrn, J. S. Bach
Fest- und Gedenksprüche, J.
Brahms
Jauchzet dem Herren SWV 36, H. Schütz
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Freitag,
7. Mai 2004
Kilianskirche, Heilbronn
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Sonntag,
7. März 2004, 19:00 Uhr
Kilianskirche, Heilbronn
Da Pacem - Musik und Texte zu Krieg und Frieden
Zelenka:
Da Pacem
Schütz: Verleih uns Frieden
Vask:
Dona nobis pacem
Werner: Wiegenlied im Kriege
Kanon
über „Da pacem domini“
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Sonntag,
20. Juli 2003, 19:00 Uhr
Kilianskirche, Heilbronn
J.
S. Bach
Weihnachtsoratorium
(Teile I - VI)
Maraile
Lichdi - Sopran
Rosemarie Bühler - Alt
Tilman Lichdi -
Tenor
Thomas Bernau - Bass
Württembergisches
Kammerorchester Heilbronn
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Sonntag,
22. Dezember 2002, 17:00 Uhr
Festhalle Harmonie
Karten
zu 23 € / 19 € / 16 € / 13 € / 10 € / 8 €
inklusive Vorverkaufsgebühr
(Schüler erhalten auf allen
Plätzen 3 € Ermäßigung)
Vorverkauf: Reisebüro
Böhm, Musikhaus Sproesser, Heilbronn Marketing
J.
Haydn
Die
Schöpfung
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
F.
Mendlssohn-Bartholdy
Sinfonie
Nr. 2
J.
S. Bach
Jesu,
meine Freude
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
W.
A. Mozart
Requiem
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
J.
S. Bach
Weihnachtsoratorium
Teile 1-3 und 5-6
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
J.
Brahms
Ein
deutsches Requiem
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
J.
S. Bach
h-Moll
Messe
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Brackenheim
J.
S. Bach
h-Moll
Messe
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
F.
Werner
Die
Botschaft
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
H.
Berlioz
Requiem
Op. 5
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Paris
H.
Berlioz
Requiem
Op. 5
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
J.
S. Bach
Weihnachtsoratorium
Teile 1-6
Heinrich-Schütz-Chor
Heilbronn
Leitung: Michael Böttcher
Kilianskirche,
Heilbronn
Perfekt in Gesang, Sprache und Aufbau
Von Martin Betulius
Heilbronn nur eine Krämerstadt? Von wegen! Da bot Michael Böttcher mit dem Heinrich-Schütz-Chor Heilbronn in der Kilianskirche unter dem Stichwort "Jubilate" statt eines Oratoriums 14 Einzelwerke ohne Solisten und Orchester, aber mit Bläsern. Im Deutschordensmünster erklang am selben Tag Dvoraks D-Dur-Messe.
Beim Abend in der Kilianskirche überzeugten auch die Zwischentexte aus der Bibel, aus Westafrika, aus dem Buddhismus, sowie von Echnaton, von Marie Luise Kaschnitz und - mit humorvollen Kontrastpointen - von Martinus aus Biberach und Martin Luther. Katja Schlonski und Elisabeth Werner sprachen klar und verständlich.
Spannungsvoll begann der Chor mit einem gregorianischen "Jubilate - Alleluja". Am Schluss erklangen dieselben Worte ähnlich dezent von Gottfried Fassbinder (1962) für Chor und Blechbläser (Hohenlohe Brass) gesetzt. Dazwischen hörte man Doppel- und Tripelchöriges: Von Giovanni Gabrieli zwei imposante Jubilate-Sätze, teilweise mit Bläsern, und "Canzon |2a 12" für Bläser allein, dann von Schütz Psalm 100 und Psalm 8, beide a cappella.
Böttcher zeigte eindrucksvoll, die Zeit sei vorbei, in der man diese Musik in flachem Mezzopiano bot. Dank seiner Wiedergabe wirkt die Behauptung, Schütz sei ein großer Komponist, zu Recht als Tatsache. Bachs Motette "Jauchzet dem Herren" ist nur teilweise "echt". Bach bearbeitete hierbei auch Sätze von Telemann und andern. Böttcher übertrug die Choralstrophe "Sei Lob und Preis" den Bläsern allein.
In Brachvogels Roman "Friedemann Bach" sagt Bach-Vater zum Sohn, in Dresden höre man "mordsschlechte Musik". Dass Brachvogel irrte, zeigen ausgegrabene Werke von Jan Zelenka - diesmal der trefflich fugierte 126. Psalm. Der Chor meisterte ihn so gut wie das schmerzlich-zarte "Euntes ibant" von Gorecki (1936) und Mendelssohns zügiges "Elias"-Finale, dem ein Bachchoral und der erwähnte Fassbinder-Satz folgten. Hohenlohe Brass wirkte ebenso versiert wie der Chor.
Heilbronner Stimme, 20.04.2005
Weihnachtsoratorium, J. S. Bach
Wegen kurzfristiger Erkrankung des Kritikers der Heilbronner Stimme erschien zu diesem Konzert bedauerlicherweise keine Kritik.
Johannespassion, J. S. Bach, 07.03.2004
Mit prägnanter und mitreißender Dramatik
Von Martin Betulius
Verglichen mit den Bachmotetten vor einigen Jahren ist Bachs Johannespassion, die der Heinrich-Schütz-Chor Heilbronn unter Michael Böttcher in der Kilianskirche bot, ein enormer Fortschritt. Der Chor realisierte Böttchers gestalterische Vorstellungen mit Hingabe und Präzision, und trotz der oft sehr schnellen Tempi mit einer Intensität, die staunen ließ.
Auch bei raschen Übergängen nach Rezitativen erfolgten die Einsätze nicht vorsichtig, sondern mit mustergültig prägnanter, mitreißender Dramatik. Ergreifend klangen die Choräle. Bei so großen Vorzügen möchte man das im Chorsopran etwas zu tief geratene "dis" im zweitletzten Choral gerne unerwähnt lassen.
Doch es wäre Bausch- und Bogen-Enthusiasmus, zu verschweigen, dass die männlichen Ariensolisten weniger genau intonierten. Muss man die Tenorarien derart schnell bieten? Ernst Haefliger singt sie auf der von Ramin geleiteten Einspielung viel ruhiger, was zum Wort "erwäge" besser passt. Insgesamt dauert das Werk dort fast 15 Minuten länger als unter Böttcher. Verglichen mit den Ariensängern (Christian Kestler, Bass; Wilhelm Adam, Tenor) und dem indisponiert wirkenden Sänger der Jesus-Partie sang Tilman Lichdi den Evangelistenpart stimmlich glänzend, wenn auch etwas vordergründig dramatisch. Für die Worte "Barrabas aber war ein Mörder" wäre statt des Fortissimo eine zwar bewegte, aber betroffenere Wiedergabe angemessener. Doch das sind Auffassungsfragen.
Auffallend war der dynamische Unterschied zwischen der pointiert artikulierenden, strahlenden Stimme von Maraile Lichdi (Sopran) und dem hellen, aber verhaltenen Alt der engagiert gestaltenden Theresa Franke. Dynamisch gegensätzlich wirkten Chor und Orchester. Oft klingen Chöre in der Kilianskirche leiser als das Orchester. Diesmal war das versierte Ensemble Camerata viva Tübingen bei Solistenbegleitungen eher zu dezent.
Die motorisch wichtigen Sechzehntel der Celli beim bravourös gesungenen Kriegsknechts-Chor "Lasset uns den nicht zerteilen" hörte man kaum. Doch über allen Fragezeichen steht die große Chorleistung, die den langen Beifall verdient hat.
Heilbronner Stimme, 09.03.2004
A-cappella-Konzert, 17.10.2004
Psalmenerlebnis
Von Martin Betulius
Hoffentlich ist das Konzert besser als das Programm, dachte man in der Kilianskirche Heilbronn, ehe der Heinrich-Schütz-Chor zu singen begann. Es fehlten der Name des Dirigenten Michael Böttcher, die Geburtsdaten der Komponisten und die Übersetzungen. Wer begreift den lateinischen Textbeginn "Euntes ibant"? Der 100. Psalm ("Jauchzet dem Herrn") erklang in Vertonungen von Schütz und Mendelssohn, stand aber im Textteil ohne Hinweis nur einmal.
Doch schon der Beginn ließ aufhorchen. Vor 50 Jahren war der Namensträger der Chors für viele Kantoren der größte Komponist, doch sie boten ihn meist blutleer und sagten den damaligen "Singkreisen" und "Kantoreien", Ausdruck und Dramatik seien "romantisch" und daher abzulehnen. Erst seit der Entdeckung der Kommentare des Schütz-Schülers Christoph Bernhard erklingt Schütz glutvoller.
Auch Böttcher gestaltete ihn sehr prägnant und unterschied deutlich zwischen betonten und unbetonten Silben. Die Psalmen acht und hundert sowie "Verleih uns Frieden" wurden zum Erlebnis.
Ganz anders ging Arvo Pärt in der "Summa" genannten Vertonung des nizäischen Credo (1977) vor. Der lange Text wird ohne Rücksicht auf seine Aussage auf eine sich ständig wiederholende Melodie gesungen. Ob Grablegung oder Auferstehung - es bleibt dasselbe Einerlei, wogegen Henryk M. Gorécki (1933) den Text "Euntes ibant" als piano endende Akkordfolge vertonte.
Bachs Motette "Singen dem Herrn" begann plastisch. Im schwungvollen Finale klang das gefürchtete hohe "b" im drittletzten Takt makellos rein. Bei Mendelssohns 100. Psalm Opus 69 erinnerte der von Böttcher breit und weich aufgefasste Beginn an die nazarenische Malerschule; um so mehr beeindruckte die Steigerung. Nach "Schaffe in mir" von Brahms bewältigte der Chor noch dessen schwierige achtstimmige "Fest- und Gedenksprüche" sehr differenziert. Gemessen am ersten A cappella - Konzert sind die Fortschritte des Chors erstaunlich. Dass ein Laienchor ein derart anspruchsvolles Programm in dieser Qualität meisterte, verdiente den langen Beifall.